Freitag, 9. Oktober 2009

Emo-Grufties

Letztes Jahr mieden wir sie noch, machten riesige Bögen um sie: Die Emos - denn man könnte uns versehentlich mit ihnen verwechseln. Und wir könnten unsere Coolness einbüsen, wenn wir mit ihnen in Berührung kommen.
Ganz im Gegensatz zu den Emo-Kids, die nicht selten eine Art Bewunderung für die Gothic-Szene ausüben.

Fragt man Anhänger der Gothicszene, was sie von Emo halten, dann distanzieren sie sich, oder sehen es nicht als eigene Szene, sondern sehen Emo als ein Sprungbrett zum Gothic.

Und tatsächlich. Dieses Phänomen beobachtet man in mehreren Städten: Sie kleiden sich wie Grufties, nur die Frisuren, die Haltung oder manchmal auch ein Überbleibsel von Totenkopf-Herzen oder Sternchen, deutet noch drauf hin, woher sie kommen. Sie sind jung - wirklich jung.
Während wir mit 16 uns noch stylten wie blöd und der Meinung waren, dass unser erster Ledermantel, den wir Secondhand gekauft haben (und trotzdem unser ganzes Taschengeld verschlang), das coolste auf der Welt sei. Yeah Baby, und deshalb trug ich ihn täglich.
Dabei war ich noch harmlos mit meinen Style-Sünden. Den neuen, jungen Grufties steht einiges bevor. Erst müssen sie (sich) beweisen, dass sie zur Szene gehören (zumindest denken sie das) und dürfen dabei in keine Emo-Falle tappen. Da sie aber meistens zu zweit oder zu dritt unterwegs sind, macht es das schwieriger neue Leute kennenzulernen.
Ex-Emos, so nennen wir unsere jugnen Studienobjekte mal, sind zur Tatsache gekommen, dass Emo dich nicht beliebt macht, nicht mal beliebt bei einigen wenigen, eben weil du unbeliebt bist, denn du bist kein Rebell, sondern es will einfach niemand was mit dir zu tun haben. Sie haben keine direkte Szene, ausser ihre Konzerte und im Sommer ihre Park-Treffpunkte. Logischerweise sucht man sich was anderes, und man merkt ziemlich schnell, dass man in der Gothicszene ziemlich gut Fuss fassen kann - schliesslich gibts dort jede Menge Psychopathen und so gut wie alles ist erlaubt.

Ex Emos kommen mit dem Sommer. Ich hab viele Gesichter gesehen, die mir bekannt vorkamen, bis es klick gemacht hat: Das waren die Emo-Kids vom letzten Jahr. Sie schauen aus wie aus meiner Szene, und trotzdem setzen sie sich nicht zu uns rüber - sie trauen sich nicht.
War ich jemals gemein zu ihnen?
Nun gut, ich hab sie gemieden, ganz einfach.

Jetzt ham mer schon Herbst und bald kommt der Winter, wartet nur bis in den Frühling, dann spriessen sie wieder... überall!

Jetzt sieht man welche sogar hinundwieder an einer Party an der Bar sitzen.
Sie werden bestimmt bleiben, bei den ganzen Fake-Borderliners, den Knallbonbon-Tussen und den verrückten, bekennenden Antichristen.
Naja und vielleicht auch bei einer Nullachtfünfzehn wie mir.

Und siehe da, dass Thema Emo-Witze scheint irgendwie vom Tisch...

Dienstag, 11. November 2008

Ja, ich gehöre dieser Szene an!

Wir alle kennen es, und wir alle haben schon Stunden damit verbracht uns eine Antwort auszudenken auf die Frage: Ja was ist denn nun eigentlich Gothic
Doch wenn es dazu kommt, dann bleibt die Antwort wohl aus. 

Montagabend 8.11. Ganz spontan lud ich eine alte Schulfreundin und dessen Freund von mir zum Abendessen ein. Essen, Wein und über alte Zeiten reden, passt doch wunderbar. Nur irgendwann kommen die Kommentare, und die unangenehmen Fragen, wo man den Freund der Kollegin am liebsten vom Balkon werfen würde. 
"Schrecklich diese Stiefel, bist du Militärfanatikerin?"

Nein du Arsch! Auch Punks tragen Springerstiefel, diese "bösen Extremisten", jaja, und ich liebe meine Springerstiefel, ich will dich mal sehen bei nem Festival im Matsch mit deinen blöden, weissen Turnschuhen! Grrrrrrr.

Zum Glück hat es noch Rotwein.

Ja was ist denn nun eigentlich Gothic
Schweisstropfen bilden sich auf meiner Stirn, die Stimme wird zittrig und die Synapsen bleiben aus-, alle überfordert mit dem Gedanken daran, wie man diesem Unterbelichteten etwas, wie die Gothic-Szene näher bringen soll.
"Ja also der Begriff Gothic stammt aus dem Mittelalter und bezeichnete anno..." Ne, das lassen wir mal, es muss doch noch einen anderen Weg geben.
Der Computer! Ja genau, mein Laptop wird mir helfen: 

Stolz zeige ich einige Partybilder auf meinem Rechner, Bilder vom WGT und von Freunden. "Das ist aber heftig"
So aber nicht Junge! Seine Freundin versucht unterdessen nette Kommentare zu bringen: "Schön das Kleid!", oder "Die sehen ja mal toll aus!" 

Ja und was ist das für Musik? 

Ich wühle tief in meiner Musikkiste: "Ja also das ist Wave, das hörte man vor allem so in den 80gern und so", klick, "aber dann gibts noch anderes, so was wie Wumpscut, oder Feindflug und ja natürlich die Neofolker nicht vergessen und dann das Gothic Rock Zeugs, das Mittelalterzeugs und den Psychobilly, blablabla..."
Oke, es scheint ihnen nicht sonderlich zu gefallen. Naja, es muss ja nicht gleich jeder einer Subkultur angehören. 

"Und wieso tragen die alle schwarz?"
"Ja das sind alles Satanisten und Emos und schneiden sich permanent, schlafen in einem Sarg, trinken Blut, brennen Kirchen ab und Essen kleine Kinder!!!" 

Zigarettenpause. 
Lieber nochmal ein bisschen was Essen, man weiss ja nie, vielleicht wird das ja noch meine Henkersmahlzeit.

Eine Stunde später habe auch ich diesen Abend doch noch überstanden, wenn auch als vermeindliche Militärfanatikerin und Satanistin. Ich brannte zwar keine Kirche ab, dafür aber noch drei Zigaretten. 

Aber was ist denn nun eigentlich Gothic? Und muss ich das denn überhaupt noch irgendjemandem erklären? Wieso müssen sich die Hopper niemals rechtfertigen?
Wieso sollen wir uns überhaupt rechtfertigen?
Sollen mir die doch alle mal gestohlen bleiben, und ich klick mich nochmals durch die Bilder vom WGT

Sonntag, 9. November 2008

Glaeubige von Blitz erschlagen

Wieso hab' ich das gefuehl die evangelische Kirche steht nicht so hoch im Kurs bei Gott:
Bujumbura. Waehrend des Sonntagsgottesdienstes sind in Burundi drei Glaeubige vom Blitz erschlagen worden. Weitere 22 Besucher des Gottesdienstes in einer evangelischen Kirche wurden beim Unglueck im Suedwesten des ostafrikanischen Staates verletzt.

[via 20Minuten]

Freitag, 7. November 2008

Wenn man gerade dachte es koenne nimmer schlimmer kommen:
Tokio Hotel besser als Metallica

Tokio Hotel ist bei den MTV Europe Music Awards als beste Live-Band ausgezeichnet worden. Die Band setzte sich gegen Bands wie Metallica und The Cure durch. In der zweiten Kategorie "Beste Darbietung aller Zeiten", in der Tokio Hotel nominiert war, mussten die Magdeburger jedoch Rick Astley den Vortritt lassen.

Ansonsten stand die Show voll im Zeichen US-amerikanischer Musiker. Britney Spears gewann nach ihrem Comeback in den zwei Hauptkategorien: "Album des Jahres" und "Act 2008". In die Echo Arena in Liverpool waren rund 40 000 Besucher gekommen.

[via Tagesschau.de]